ErfolgLOSE Websites erstellen

ErfolgLOSE Websites erstellen

Ein Anti-Anleitung oder „wie man es besser nicht machen sollte …“

So eine Unternehmens-Website ist schon eine dolle Sache: Ein paar bunte Bilder, möglichst viele, originelle Schriftarten, viel Geblinke und Gefunkel, eine Hand voll hipper Video-Filmchen (mit der Handy-Kamera schnell selbst abgedreht), möglichst viel erklärender Text: Und schon – hurra – stürmen die Kunden die Seite wie verrückt. Und zwar rund um die Uhr, aus aller Herren Länder. Denn, echt pfiffig: Die Seite ist zweisprachig gehalten, also auch in Englisch: Da bekommen zum Beispiel sogar die letzten Opal-Digger im australischen Outback mit, wie unfassbar geil das Angebot ist – und kaufen, kaufen, kaufen.

Aber das Schärfste ist: Wer knapp bei Kasse ist (und welcher Startup ist das nicht?), der braucht noch nicht einmal die sauteuren Profis für die Website-Entwicklung: Klick, klack, schnapp, zapp – im Nullkommanix ist die Seite selbst vom absoluten digital Greenhorn mit einem Homepage-Baukasten todschick zusammengeklickt. Da gibt’s dann auch jede Menge schriller Bilder, die man nutzen kann. Wie? Andere Unternehmen der gleichen Branche nutzen die auch? Warum so kleinlich? Macht doch nichts!

Und schon der alte Sprücheklopfer Goethe wusste „Der zur Tätigkeit geborene Mensch übernimmt sich am Planen“. Also auf Struktur und Konzept gepfiffen – und bei der Realisierung besser auf Instinkt und Spontaneität gesetzt. Das ist sowieso viel natürlicher, ja, vielleicht sogar nachhaltiger, geht schneller – und bringt auf jeden Fall auch viel mehr Bock. Sinnlose Zeitverschwendung ist es zudem, sich mit Zielgruppen und deren Wünschen auseinander zu setzen: Man sollte vielmehr unbedingt alles aus Unternehmensperspektive betrachten, so richtig Nabelschau halten. Schließlich weiß man selbst am besten, was der Nutzer braucht – und die angepriesenen Produkte, Dienstleistungen oder Angebote sind, na klar, voll genial. Wer da nicht zuschlägt, dem ist eh nicht zu helfen.

Content is King! Wie bitte? Wenn überhaupt, dann doch wohl Queen (alles andere wäre sexistisch). Aber stopp – King und Queen gehen gar nicht. Voll feudal-ideologische Begriffe… Und seit der französischen Revolution wissen wir ja, wo das endet: unter der Guillotine. Genau dahin gehören auch sinnschwere Überlegungen, wie man sein Angebot am besten auf den Punkt bringt. Lieber formulieren, wie einem der Schnabel gewachsen ist, gern auch mit Rechtschreib- und Grammatikfehlern (das wirkt menschlich und sympathisch) und natürlich: schreiben, was einem gerade einfällt. Außer auf der Startseite: Da muss (!!!) die oberste Überschrift unbedingt lauten: „Herzlich Willkommen auf dieser Website!“ Das gebietet zum einen die Höflichkeit – und zum anderen erübrigt sich damit auch die Mühe, eine treffende, aktivierende H1-Headline zu entwickeln. Die so gewonnene Zeit sollte man lieber in die Auswahl möglichst vieler, schriller Farben zur Gestaltung der Unterseiten investieren: Denn schließlich soll keine Langeweile aufkommen (Ostereier werden ja auch bunt angemalt). Navigation ist etwas für Traumschiffkapitäne – aber nichts für Webseiten. Deshalb ruhig alles kompliziert halten – und keinesfalls Erwartungshaltungen des Nutzers erfüllen. „Komm lass dich überraschen“ war schon das Erfolgsrezept der Samstagabend-Show-Ikone Rudi Carrell. Warum es ihm nicht nachtun?!

Suchmaschinenoptimierung mit durchdachter SEO und SEA? Auch alles Ammenmärchen! Wenn Nutzer etwas wirklich wollen, dann finden sie es auch ohne diesen Schnickschnack. Sollen sie sich halt mal Mühe geben! Noch Fragen?